Das Würmchen Problem

Hallo ihr Lieben!

Ich habe euch beim letzten Mal erzählt, wie ich nach Koh Chang gekommen bin.
Die ersten 3 Nächte habe ich in einem Hostel im Nordwesten der Insel verbracht. Das Hostel war ganz neu und sehr hübsch. Statt meinem gebuchten 8-Bett Zimmer durfte ich ein 4-Bett Zimmer beziehen. Super!

Gleich am Tag nach meiner Ankunft habe ich Anne aus Finnland kennen gelernt. Wir sind zusammen zu einem Wasserfall gewandert, der nur 3,5 km entfernt war. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie weit 3,5 km in Thaialnd sein können. Sicher, auch in Thailand sind das 3500 Meter, die einem aber aufgrund des Klimas viel weiter vorkommen.
Wir sind der Straße eine Weile gefolgt und dann irgendwann abgebogen. Hoch leben die offline Karten auf dem Handy, heutzutage geht kaum noch jemand lost.
Wir kamen, ohne es zu wissen, an einem dieser Elefantencamps vorbei. Nahe der Straße, hinter dem hohen Zaun stand ein Elefant. Er war jetzt nicht so ganz klein aber auch noch nicht ganz groß. Also so ein mittleres Alter. Ich weiß nicht wie lange Elefanten brauchen bis sie ausgewachsen sind. Ich hab die Straßenseite gewechselt um den süßen Elefanten mal hallo zu sagen.
Ich hab meine Hand durch den Zaun gesteckt, der Elefant kam auf mich zu….und stockte. Sein hinterer rechter Fuß war angekettet. Ganz fies. So eine Kette mit groben Gliedern. Nur ca 1 Meter lang. Der Elefant zog daran und schaute mich so traurig an. Da war mein Herz schon wieder gebrochen.
Papa? Du hast doch einen großen Garten…den könnten wir mit ein paar Palmen aufhübschen…und dann fällt der Elefant gar nicht mehr auf….bitte?!

Die folgenden Tage ist nicht viel passiert. Anne ist nach unserer Wanderung zum lonely Beach weiter gefahren. In meinem Zimmer sibd 3 Italiener eingezogen und wir hatten viel Leben in der Bude. War lustig!

Ich bin nach 3 Übernachtungen auch zum lonely Beach aufgebrochen. Anne hat uns einen Bungalow reserviert, sie konnte ihre vorherige Unterkunft nicht verlängern und meine 3 Nächte im Hostel waren auch rum.

Wir haben eine kleine Bambushütte bezogen, mit löchrigem Moskitonetz, kaltem Wasser, dafür immerhin mit Klospülung. Dort haben wir uns getroffen, den Bungalow bezogen, den Tag aber getrennt verbracht.
Ich war am Strand. Als ich zurück kam wartete Anne bereits auf mich und begrüßte mich mit den Worten: „Julia, wir haben ein Problem!“
Ok, ich mache mich innerlich auf alles gefasst und erkundige mich welche Art Problem wir denn haben. Ein Würmchen-Problem. Ich gehe kurz sicher, dass ich mit Würmchen-Problem auch das richtige gehört habe. Schnell wird mir klar, dass es ernst ist. Ich frage nüchtern wie groß denn unser Würmchen Problem ist. Ungefähr so, wie der kleine Finger, nur dicker. Ich begreife den Ernst der Lage. Wo ist das Würmchen Problem möchte ich wissen. Auf unserem Bett. Anne erzählt mir, dass sie sehnsüchtig auf mich gewartet hat und der Tür stehen blieb um dem Wurm einerseits nicht zu nahe zu kommen und andererseits sicher gehen konnte das er sich aus dem Staub macht und wir ihn nicht wiederfinden und nicht schlafen können. Ok leuchtet mir ein. Allerdings hätte ich niemals auf mich gewartet mit dieser Art Problem. Ich? Ein Retter bei drohender Würmchen Invasion? Niemals! Wir gehen gemeinsam, wohl bemerkt mit kleinen Schritten und auf Zehenspitzen, in den Bungalow. Wir stehen wie 2 Forscher vor dem Bett und inspizieren das Problem genauer. Ob Würmchen noch lebt, wissen wir nicht. Ich werde gefragt ob ich das wegmachen kann. Haha, hahah….niemals!
Ich verlasse den Bungalow  und gehe  zu unserem Nachbarn, frage ob er englisch oder deutsch spricht. „English small“ ist seine Antwort. Ich erkläre ihm, dass wir ein Problem haben. Das Wort Problem ist so international, dass er aufsteht und mir folgt. Ich gebe ihm ein Tempo und zeige ihm den Wurm. Er packt ihn und trägt ihn raus. Mein Held des Tages. Der Mann hat echt Ahnung von Frauen und Würmchen. Er bremst auf unserer Veranda vor unserem Mülleimer, zuckt zurück und bringt den Wurm 2 Bungalows weiter in den Müll.
Anne und ich haben unser Bett präpariert. Alle Löcher im Moskitonetz mit Panzertape verklebt und das Netz an den Seiten nicht nur eingeklemmt sondern auch noch mit Sicherheitsnadeln fixiert. Am nächsten Morgen haben wir die Insel verlassen. Sicher ist sicher!

Wir sind nun auf Koh Mak, haben eine günstige Unterkunft gebucht und ein traumhaftes Hotelzimmer bekommen. Mit Klimaanlage, Pool, TV und Kühlschrank. Ohne Würmchen.

Dafür mit Katze. Ich mag Katzen nicht. Sie saß vor unserer Tür und war offensichtlich in schlechtem Zustand. Wir waren gerade zu Abend essen und haben extra noch ne Dose Thunfisch gekauft. Auch wenn ich Katzen nicht mag, sie war so dünn und tat uns leid. Dreimal dürft ihr raten was passiert ist. Als wir mit dem Thunfisch zurück kamen, war die Katze weg.

Wir haben das Slow Boat für den Transfer gewählt. Man konnte auf Deck sitzen und die Sonne genießen. Das große Holzboot fuhr mit den Wellen und schwankte rhythmisch auf dem Meer. Sehr entspannt. Dennoch hab ich mich zu einer Schwimmweste gesetzt. Safety first! Ich konnte auf die untere Etage schauen. Dort hat ein Mann geangelt. Ein Tourist. Ein Russe. Er trug ne Kappe mit der Aufschrift „Russia“, deshalb bin ich mir meiner Aussage sicher. Gefangen hat er nichts. Obwohl er einmal seine weiße Spule gegen eine gelbe getauscht hat. Ich habe mich gefragt ob er das aus Angelgründen tat oder aber weil die gelbe Spule besser zu seinem gelben Tshirt passte.

Koh Mak ist klein und süß und friedlich. Wir mögen es hier und bleiben vermutlich bis Sonntag.

Es ist meist bewölkt aber in anderen Teilen von Thailand herrschen gerade starke Unwetter. Deshalb haben wir noch Glück.

Ich werde an euch denken wenn ich morgen wieder am Strand liege.
Jetzt heißt es erstmal…Gute Nacht!


Ein Gedanke zu “Das Würmchen Problem

  1. Oh Julia. Einem Elefanten (übrigens sind die mit ca. 18 Jahren ausgewachsen) den Rüssel schütteln wollen, aber Panik vor einem Miniwurm. Unglaublich. 😉 Wäre bestimmt ein wunderschöner Schmetterling geworden, was du erfolgreich verhindert hast. Schäm dich was.

    Weiterhin schönen Urlaub.

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